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Rudolf Nadolny – Der unbequeme Diplomat

Diplomatische Profile

Rudolf Nadolny,
Der unbequeme Diplomat


von Peter Hahn

„Nun hätten sie gehört, der deutsche Kaiser habe seinen Stellvertreter nach Urmia geschickt, um hier Ordnung zu machen. Daher fragten sie mich, ob ich nicht an ihre Spitze treten und den Oberbefehl über ihre Truppen übernehmen möchte. Ich bekam einen Schreck. König von Kurdistan, um Gottes willen! Aber die Leute waren wirklich rührend. Ich erklärte also, ich sei nur ein einfacher deutscher Legationsrat.“ (1913)

Hitler wurde „sehr heftig und sagte mir, er habe vierzehn Jahre richtig getippt und werde auch diesmal richtig tippen. Hierauf sprang er auf, lief um den Tisch herum und schlug mit der Faust darauf. Auch ich wurde erregt. Ich sagte ihm, dass ich seit dreißig Jahren Außenpolitik machte, und er könne mir keinen Fehler nachweisen, und schlug ebenfalls mit der Faust auf den Tisch“. (1933)

Rudolf Nadolny 1873-1953

1902/03 Auswärtiges Amt, Referate Recht und Handelspolitik
1903/07 Vizekonsul in St. Petersburg
1907/13 Auswärtiges Amt, Referat Russland; Reisen nach Urmia, Täbris und Teheran
1913 Sonderbeauftragter in Persien
1914 Geschäftsträger in Albanien
1915/16 Leiter der Sektion Politik im Großen Generalstab der Armee
1916 Gesandter in Kermanshah (Persien)
1917 Auswärtiges Amt, Leiter des Referats Russland
1919 Leiter des Büros von Reichspräsident Friedrich Ebert
1920/24 Gesandter in Stockholm
1924/33 Botschafter in Ankara
1932/33 Delegationsleiter bei der Genfer Abrüstungskonferenz
1933/34 Botschafter in Moskau
1934 Versetzung in den Ruhestand
1936/41 Landwirt auf Gut Briesen
1941/48 Pächter des Gutes Katharinenhof in Gransee
1950 Stellv. Vorsitzender der „Gesellschaft für die Wiedervereinigung Deutschlands“

312 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Dokumenten
Oase Verlag, 79410 Badenweiler, 2014
ISBN 978-3-88922-100-1


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