Auf Reisen
Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sodern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen. (Marcel Proust)

Nach Europa

Niederlande

Amsterdam – Soviel Lärm um einen Eierkuchen

Wenn man die Welt nicht mehr in Ordnung glaubt, lässt man einfach die Glocken läuten. Wenn die aufregende Zwielichtigkeit der Vergangenheit nicht mehr auszureichen scheint, setzt man auf die sichere Einseitigkeit der Gegenwart.


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Frankreich

Avignon – Aufbruch, Veränderung, Provokation

Superlative sind erfrischend, und unsere französischen Nachbarn hatten damit noch nie Probleme. "Le Monde" startete eine achtseitige Sonderausgabe...


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Paris – Der Weinberg vom Montmartre

Picasso kam gern. Hier entstanden die Skizzen für „Au Lapin Agile“, das den düsteren grande salle im Innern verschönern sollte. Im Sommer saß er im Vorgarten. Seine Hunde tollten herum, im Geäst der Akazie kletterte ein Affe und der Esel des Wirtes fraß alles Erreichbare...


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Paris – Wir einigten uns auf ein mattes Aprikosengelb

Er kam meist spät abends und dinierte in einem abgelegenen Winkel des Restaurants. Olivier, der Maître d'hôtel, "war ängstlich darum besorgt, daß ein offenes Kaminfeuer brannte und ja alle Fenster geschlossen waren, damit der kränkliche Freund von jedem Luftzug verschont bliebe"...


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Villeneuve-Loubet – König der Köche und Koch der Könige

August Escoffier hat vor allem ganz fein gekocht: Filets de sole Coquelin, Homard aux feux éternels, Volaille à la Derby, Cuisses de nymphe à l’aurore. Vorher räumte er allerdings in der Küche auf. Er etablierte die „brigade de cuisine" mit dem „gros bonnet", dem er die große Chefmütze verpaßte...


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Schweiz

Baden bei Zürich – Nach jeder Seite vollkommene Lust

Die Autobahn Basel-Zürich nimmt man gewöhnlich mit Schwung. Nur im engen Badener Bogen drosselt man die Geschwindigkeit. Der Zeitverlust läßt sich auf den letzten Kilometern bis zur heimlichen Schweizer Hauptstadt wieder wettmachen. Das könnte nun alles ganz anders werden...


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Disentis – Mit einem Mord fing die Geschichte an

Wenn der Benediktinermönch Pankraz aus dem „deutschgeführten" Kloster vor einigen Jahren noch den kurzen Weg hinab ins Dorf nahm, dort diesen oder jenen Einheimischen entgegenkommend auf romanisch begrüßte, antwortete man ihm trotzig, selbstbewußt und bestimmt auf deutsch...


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Fiesch – Auf sieben Pistenprinzen drei Prinzessinnen

Bevor der Zürcher Bahnbauer Adolf Guyer-Zeller im Jahre 1897 mit dem Bau der Jungfraubahn beginnen konnte, mußte er erst „mit sieben per Sänfte auf das Jungfraujoch gebrachten Versuchspersonen zwischen 10 und 73 Jahren" beweisen...


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Gletsch – Ein Halt in der Bahnhofsstation von Gletsch auf die Zeit des Mittagessens

Am 20. Juni des Jahres 1910 erschienen vor einem Notar die Herren Joseph Seiler und Henri Golliez und schlossen für „die Summe von 25.000 Schweizer Franken in gutem Geld und gegen Quittung" den kuriosesten Kaufvertrag der Schweiz...


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Goms – Die frühe Nacht und die Stille sind ihr Element

Im Sommer war der Großvater Stationsvorsteher. Während er die Züge abfertigte, verkaufte die Großmutter im Bahnhofskiosk Ansichtskarten - von 1919 bis 1959. Im Winter war der Bahnhof geschlossen...


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Leukerbad – Innen warmes Wasser, außen weiße Berge

In den Gästebüchern stehen glänzende Namen. Guy de Maupassant war hier und Stendhal, Mark Twain, James F. Cooper, Iwan Turgenjew und James Baldwin, auch Pablo Picasso und Paul Valéry. Irgendwann kam auch Wladimir Iljitsch Lenin, aber danach wollte es mit der Prominenz nicht mehr so ganz klappen...


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Leukerbad – Die Butter auf dem täglichen Brot

Noch ist man unter sich. Gegen 8 Uhr versammeln sich etwa zwölf Männer: Schreiner, Schlosser, Glaser, Elektriker, Maschinisten, Maurer, ein Hobby-Koch - ein Dackel und ein Schäferhund. Punkt 8.10 Uhr setzt sich die Achtzig-Personen-Gondel mit der Gruppe in Bewegung...


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Muzot – Der Turm des Dichters und das Alm-Manhattan

Madonna ist nicht gekommen, und Eros Ramazotti war wegen "un nuovo amore" verhindert. Tina Turner wollte nicht fliegen, und George Michael kommt vielleicht nächstes Jahr. Josef Winkler ist wieder nach Rom zu Pasolini gefahren...


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Salgesch – Auch die Winzerhochzeit dient der Weinwerbung

Vor einem Jahr hatte er eine Freundin und wünschte sich einen Hund, „damit ich bei der stundenlangen einsamen Arbeit im Weinberg jemanden zum Diskutieren habe". Jetzt wurde aus der Freundin seine Frau...


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Sion – Die Methode Farinet als letzte Möglichkeit

Es war ein Traum. Aufregend und wunderschön. Er dauerte eine Stunde. Dann war man wieder unten. Höhenflüge hat man nicht alle Tage. Das einmotorige Flugzeug startete gen Süden und glitt langsam steigend an den steilen Weinbergen entlang...


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Tarasp – Das Unterengadin macht mobil

Heinrich Donatus Prinz von Hessen schockte die Engiadina Bassa. Kaum ward Floria-Franziska Gräfin von Faber-Castell zur Ehefrau genommen, informierte der Betriebswirt den Kanton Graubünden und die Gemeinde Tarasp über seine Absichten: Schloss Tarasp soll verkauft werden. Die Mitteilung löste einige Hektik aus...


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Tarasp – Schloß Tarasp wird darüber wachen

Engadin ist nicht gleich Engadin. Es gibt ein Oben und ein Unten. Das bekannte St. Moritz gehört zum Oben. Die (inzwischen) weniger bekannten Orte Scuol, Tarasp und Vulpera, einst berühmte Treffpunkte der Gesellschaft, liegen im Unterengadin...


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Visp – Wider Pistenglamour und Heimatstilware

Ausgerechnet zum 700. Geburtstag der Eidgenossenschaft kam ein Blitz aus heiterem Himmel. Der Schweizer Max Frisch zog Bilanz: Die Schweiz sei „ein verluderter Staat". Das Donnerwetter war gewaltig und wurde jäh erstickt. Der letzte „große Schweizer" starb noch vor den Feierlichkeiten...


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Zermatt – Im Dienste der gehobenen Kundschaft

Zwei Monate vor den planmäßigen Ein- und Zweihundertjahrfeiern kam das unplanmäßige Jahrhundertereignis: Zwischen den Ortschaften Herbriggen und Randa stürzten zirka 16 Millionen Kubikmeter Fels ins obere Mattertal und begruben neben dem „Lercher Weiler" Fluß, Straße und Bahn...


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Dänemark

Bornholm – Ich bin nahe bei den Dingen

War er Spion oder Flüchtling? Seit dem Frühjahr tuschelten die Bornholmer über den Deutschen, der im April 1934 den 39 Hektar großen Bondegård gekauft hatte. Lillian Hjorth-Westh, der dieser Hof bei Rutsker heute gehört, hat für die damaligen Spekulationen Verständnis...


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Seeland – Alles ist anders im Staate Dänemark

Es gab gewichtige Gründe, wieder einmal Seeland aufzusuchen. Schließlich hat sich doch Prinz Joachim von Dänemark im vorigen Sommer auf Schloß Fredensborg mit der aus Hongkong stammenden Alexandra Manley verlobt...


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Polen

Breslau ist eine tolle Stadt

Da wird einem das Hotel „Wrocław“ offeriert, aber abgestiegen wird in einem Haus "Saigon". Das entpuppt sich schnell als ehemaliges Wohnheim für vietnamesische Studenten. Da aus den Besitzlosen inzwischen Besitzer wurden, betreiben diese ihre Bleibe jetzt als Hotel...


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Danzig – Guter Grund zum Neid

Wer gut zwei Stunden vor Mitternacht durch den ungastlichen Berliner Bahnhof Lichtenberg eilt, um möglichst schnell sein sicheres Schlafwagenabteil zu beziehen, traut nach acht Bahnstunden am nächsten Morgen seinen Augen und Ohren nicht...


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Ungarn

Budapest ist auch ein Badeort

Auch dem eigenen Portemonnaie kommt der Abgang des Sozialismus in mancherlei Hinsicht teuer zu stehen. In Ungarn war beispielsweise Gänsestopfleber eine preiswerte Delikatesse. Nun, wo Magyaren mit Franzosen und Israelis diesen Markt beherrschen, erreicht auch die ungarische Foie Gras preisliches Weltniveau...


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Italien

Carrara – Alles Überflüssige einfach weghauen

Es war eine Zeit des Umbruchs. Der heilige Sebastian musste aus der Kirche San Marco in Florenz entfernt werden, weil Frauen beim Anblick des Bildes "wegen des wohlgestalteten Realismus" gesündigt hatten...


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Fiesole – Nicht alles von mir wird sterben müssen

Florenz hat schöne Frauen, behauptet Franz von Suppé in seiner komischen Oper "Boccaccio". Diese mag der Meister womöglich noch zur Uraufführung 1879 zu Gesicht bekommen haben. Wer sich aber heute zwischen Ponte Vecchio und Uffizien auf die Suche nach einer geeigneten Gefährtin macht...


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Rom – Nur sehen, nur besuchen, nur durchlaufen

Für das Forum Romanum braucht man die Mondnacht, für die Piazza San Pietro "Urbi et Orbi", für die Cappella Sistina den Tag, an dem die Vatikanischen Museen für die Öffentlichkeit geschlossen sind, und für die Fontana di Trevi beide Ellbogen...


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Sardinien – Eine Kulisse für den Luxus

Es war in den siebziger Jahren und kalter Krieg. Da verschwanden plötzlich nacheinander ein britisches und ein sowjetisches Atom-U-Boot vom Radar. Secret Service und KGB suchen in Ägypten, Kanada, Schottland, der Schweiz und auf Okinawa. Die Spur führt schließlich ins Mittelmeer...


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Catania – Der Ätna kommt nicht zur Ruhe

Boris Behncke sollte wohl recht behalten. „Der Ätna wird immer aktiver und gewalttätiger. Der nächste Ausbruch wird nicht lange auf sich warten lassen.“ Nun scheint es wieder so weit zu sein...


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Venedig – Das schöne Stiefkind der berühmten Stadt

Naß, kalt und grau war Venedig im Februar 1975. "Guardate dell'entrecolumni", raten die Venezianer an solchen Tagen, und tatsächlich war es auf der Piazetta angebracht, den beiden Säulenpatrones aus dem Weg zu gehen...


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Norwegen

Hardangerfjord – Im Zauberland des Kaisers

Im Quartier herrschte größte Albernheit. Graf Görtz war so angeregt, daß er zum Vergnügen seines Freundes Wilhelm Ballett zu tanzen begann. Beim höchst dramatisch akzentuierten Pas d’action glitt er allerdings unglücklich aus und landete mit Donnergepolter unter dem Tisch...


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Portugal

Coimbra – In Coimbra wird nicht nur studiert

Als die Sängerin Manuela Bravo unlängst eine CD mit Fados de Coimbra aufnehmen wollte, zogen dreihundert Fado-Sänger des Studentenverbandes aufgeregt durch die Stadt. Und weil die Frau den Segen des Vizerektors bekommen hatte, legten die angehenden Akademiker...


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Madeira – Der Tourismus setzt den Hobel an

Wäre damals nicht ein Sturm gekommen, läge die Insel immer noch unentdeckt mitten im Atlantik. Da aber in den alten Geschichten über die fliehenden Liebenden immer etwas zur rechten Zeit aufkommt, strandeten der englische Ritter Robert Machyn und seine schöne Geliebte Anne Dorset in einer einsamen Bucht...


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Madeira – Süß und scharf, fruchtig und duftig

Spätestens seit Shakespeares „Falstaff“ weiß man in England, daß mancher für den Madeirawein seine Seele verkauft und andere sogar in einem Fass von Malvasia ertränkt werden wollten...


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Madeira – Tourismus für alle

Draußen vor dem gewaltigen schmiedeeisernen Tor steht ein zierlicher schwarzhaariger Junge. Weit streckt er seinen Arm von sich. In der Hand hält er große Blütenstengel: Calla, Aloe, Tamariske, Granadilla, Ginster, Lorbeer...


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Monsanto – Das Meer ist weit, und die Welt ist fern

Warum Portugal derzeit weniger für seine Küsten als für den "Tourismus im ländlichen Raum" wirbt, kann einem schon beim Abflug in Deutschland deutlich werden. Viermal in der Woche verbindet die TAP Air Portugal die portugiesische Hauptstadt Lissabon mit Berlin...


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Portugals Pousadas – Historische Einkehr zwischen Minho und Tejo

Als der Professor für Nationalökonomie António de Oliveira Salazar zum portugiesischen Diktator aufgestiegen war, wies er den Direktor für Nationale Propaganda António Ferro an, über das Land eine Kette von staatlichen "Pousadas" einzurichten - schon, um Spanien Paroli zu bieten...


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Sintra – Lord Byron war schon früher da

Am Tag als der Regen kam, langersehnt, heißerfleht, auf die glühenden Felder, auf die durstigen Wälder, verbreitete Dalida mit ihrem Chanson Ende der sechziger Jahre Hoffnung: da erblühten die Bäume, da erwachten die Träume, da kamst du...


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Lettland

Riga – Sachlichkeit in Schönheit verwandeln

Das Hotel Daugava in Riga will es mir leicht machen. Vor meinem Fenster im siebten Stock breitet sich von Nord nach Süd das Panorama der achthundertjährigen Stadt aus: der Hafen, an dem eine Katamaranfähre aus Stockholm liegt, das Schloß...


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Estland

Tallinn – Reval darf nie fertig werden

Reval darf nie fertig werden! Wenn in der Neujahrsnacht das Männlein mit der grünen Zipfelmütze kommt und den Ersten fragt, „Ist Reval bald fertig?", muß der Gefragte unbeirrt antworten: „In Reval wird noch gebaut."...


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Kroatien

Zagreb – Zwischen Flügel und Fallschirm die Hoffnung

Eigentlich wollte ich das Museum nicht besuchen. Diese Einrichtungen langweilen mich. Immer wieder Scherben, Ansichten, Dokumente. Aber an diesem Samstag Vormittag blieb mir gar nichts anderes übrig, als das Taxi doch in die Opatika ulica 20 zu dirigieren...


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